Swimming Pool: Natur- od. Chemischer Pool?

Hallo Community

Wir haben vor kurzem ein Haus mit Garten gekauft und planen für den nächsten Sommer einen Swimming Pool. Nun ist die Frage welche Art von Pool Sinn macht. Eigentlich hätten wir gerne einen Naturpool, haben aber die Befürchtung, dass wir ihn dann nur wenig nutzen können wegen der Temperaturen. Oder hat jemand Erfahrung mit dem Beheizen von Naturpools? Zb. mit Sonnenenergie o.ä.?

Danke!

Gruss, Narita

Liebe Narita

Leider habe ich selber keinen Pool im Garten. Aber ich habe einen Freund gefragt, der vor drei Jahren einen Biopool hat einbauen lassen und bis heute sehr zufrieden ist damit.

Ja, du kannst einen Schwimmteich, Naturpool oder Biopool heizen. Im Prinzip ganzjährig. Wegen der Pflanzen kannst du das Wasser allerdings nur in der Vegetationszeit aufheizen. Das Wasser künstlich erwärmen frisst ziemlich viel Strom. Darum wäre es ökologisch und ökonomisch sinnvoll, das Wasser mit Solarenergie aufzuheizen, wie du vorschlägst. Damit das Wasser langsamer abkühlt, musst du das Becken abdecken.

Ein kleiner und einfacher Schwimmteich kostet ungefähr 40’000 Franken, als Bausatz etwa die Hälfte. Ein Biopool ohne automatische Rollenabdeckung ist ab 70’000 Franken erhältlich. Für eine durchschnittliche, auf deinen Garten abgestimmte Anlage musst du mit 80’000 bis 120’000 Franken rechnen, einschliesslich Umgebungs- und Gartenarbeiten. Am besten fragst du einen Poolbauer oder Gartenbauer, der sich auf Schwimmteiche, Naturpools und Biopools spezialisiert hat.

Ich hoffe, das hilft weiter. Wenn der Sommer 2021 so heiss wird wie der Sommer dieses Jahr, ist ein Pool eine gute Idee. Ich beneide dich.

Liebe Grüsse

Roger Hausmann
Content Creator

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Hallo Roger

Vielen Dank für deine Antwort. Sogar mit ungefähren Kosten. Das hilft fürs erste schon mal weiter.

Grüss dich! Narita

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Liebe Narita

Noch eine kleine Ergänzung: die Heizung des Pools beginnt zu allererst mit der Isolation. Dabei an den Boden und die Wände des Pools denken, nicht nur an die Abdeckung. Als Isoliermaterial eignet sich zum Beispiel Styrodur. Wenn Ihr sowieso neu baut, wäre es dumm, das nicht gleich in Betracht zu ziehen. Nachrüsten geht nicht!

Die Energie für die Heizung würde ich auch dann beziehen wollen, wenn die Sonne gerade nicht scheint, also ist Photovoltaik und/oder Solarthermie eben gerade eine schlechte Idee für einen Pool. Viel besser: sogenannte Fullinverter-Wärmepumpen für Pools. Diese haben eine Enegieeffizienz von bis zu 16 (COP-Wert, aus 1 KW Strom werden bis 16 KW Heizleistung erzeugt) und funktionieren bereits ab Minusgraden (die extremste schon ab -20 °C). Achtung: Wärmepumpen benötigen meist eine Baubewilligung.

Das alles macht es möglich, dass die Badesaison ein paar Monate früher startet und ein paar Monate später aufhört.

Nicht zuletzt sollte der Pool sauber sein. Dazu gehört eine Kreisströmung mit richtig dimensionierten Bodenabläufen, mindestens einer in der Mitte der Kreisströmung, und eine Oberflächenabzug (Skimmer), alles verbunden mit einer guten mechanischen Filteranlage (lasst Euch keinen Sandfilter aufschwatzen, das gibt nur unsäglich viel Arbeit und kostet unnötig Spülwasser). Achtung: „Normale“ Gartenbauer und auch viele Schwimmteich-, Naturpool- oder Biopool-Bauer kennen sich damit meist nicht gut genug aus, so dass Ihr über die Jahre nicht glücklich werdet mit dem stetig steigenden Aufwand von verschlammenden Regenerationsbereichen und Bifolm am Boden und an den Wänden. Richtig geplant und gebaut, bleibt der Aufwand immer gleich gering.

Herzliche Grüsse,

Lukas Wenger

(Schwimmteich mit 60’000 Liter, Schwimmbereich 9 m × 4 m)

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und noch ein PS an Houzy:

Lieber Roger, wenn ein Eigenheim über einen Schwimmteich, Naturpool oder Biopool verfügt, stellt das einen erheblichen Mehrwert dar. Du selber hast die Preisspanne ja in Deinem Beitrag angegeben. In Eurer Marktwertberechnung sollte ein solcher Wert auch angeben werden können.

Herzlich,

Lukas

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Hallo Lukas

Vielen Dank für deine detailreichen Hinweise, super!

Viele Punkte lassen sich in einem klassischen Pool sicherlich bestens integrieren. Aber wie man Beheizung, Bodenablauf und Skimmer mit einem Naturpool vereinen kann ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel …? Hab den EIndruck, dass das zu gegensätzliche Ansprüche sind.

Deinen Rat sich an einen professionellen Poolbauer zu wenden werden wir auf jeden Fall befolgen.

Danke! Grüss dich, Narita

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Liebe Narita,

Gerne!

Gerade auch ein Naturpool benötigt eine Umwälzung, sonst verschlammt das im Nu. Also braucht es Strömung, Bodenablauf und Skimmer sowie einen mechanischen Filter. Bei uns, weil auch noch ein paar Koi mitschwimmen, ist auch noch eine biologische Wasseraufbereitung nötig. So werden z. B. Blätter oder Blütenstaub aus dem Wasser entfernt, bevor diese Einträge zu Nährstoffen für Algen werden. Und wenn schin umgewälzt wird, gehört eine Entkeimung mit Ultraviolett-Bestrahlung dazu (UV-C). All das kostet wenig im Verleich zum Ärger, den man sich erspart.

Heizung und damit Isolierung ist ja frewillig. Aber: wenn heizen, dann zwingend isolieren, sonst heizt man die Umwelt immer mit. Und eben: nachrüsten geht bei einer Isolation logischerweise nicht, also besser vorher einplanen. Ein wenig Styrodur rundum kostet nun wirklich nicht viel, bringt aber extrem viel.

Ich würde soweit gehen, auch einen Naturpool zum Schwimmen nach den Prinzipien eines Koiteichs zu bauen und einfach das weglassen, was es ohne Koi nicht braucht. Und damit zu Deinem Punkt, Profis beizuziehen: normale Naturpool-Bauer können das normalerweise nicht, weil sie davon keine Ahnung haben! (bei meiner Schwester und ihrem Haus erlebt: Gartenbauer mit mehr als hundert gebauten Teichen, aber funktioniert trotzdem nicht, weil Hydraulik und Filterung nicht stimmen…)

Sucht Euch jemanden, der jahrelange Erfahrungen hat mit Koiteich-Bau. Die wissen, worauf es langfristig ankommt, auch für Schwimmteiche und Naturpools ohne Fischbesatz! Ihr werdet seeeehr viel Zeit sparen über die Jahre, weil das viel weniger Wartung und manuellen Aufwand bedeutet. Referenzen hätt ich, sucht z. B. nach „Koi-Lounge Zürich“ oder „Traumteiche“ westlich von Bern.

Herzliche Grüsse,

Lukas

P. S.: Die Aufnahme ist von 21:16 Uhr im Juli, darum täuscht es sehr: das Wasser ist absolut klar!

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Lieber Lukas

Wow, was für ein toller Schwimmteich! Da möchte man am liebsten gleich reinspringen!

Deine Tipps sind wirklich sehr wertvoll und haben unsern Blickwinkel geöffnet. Vielen Dank nochmals! Wie ich sehe, müssen sich gegensätzliche Ansprüche nicht zwingend ausschliessen. Ist sicherlich auch eine Frage des Preises.

Uns gefällt auch die Idee mit den Fischen. Kois trauen wir uns allerdings nicht zu, viellecht eher Goldfische. Die Fische fühlen sich bestimmt wohl in deinem Pool. Hast du keine Bedenken wegen Räubern wie Kormorane oder Graureiher?

Herzlicher Gruss!

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Guten Tag Narita,

Klar ist es auch eine Frage des Preises. Als Minumum würde ich pro 1000 Liter Wasservolumen mindestens 1000 Franken rechnen. Oder anders gesagt: eine Wasserfläche von 3 x 4 m, 1,5 m tief kommt auf 18’000 Liter, was auf mindestens 18’000 Franken raus läuft. Eine einfache, aber wirksamen Technik ist in dieser Faustformel mit eingerechnet, z. B. 1 Bodenablauf DM100, ein Skimmer DM100, Pumpe, UV-C und Filteranlage. Wenn die Frage der Zuheizung noch dazu kommt (Isolation, Heizung), dann liegen die Kosten natürlich höher (vielleicht +3’000 Franken?), wobei damit die Nutzung des Teichs fürs Schwimmen um Monate im Frühling und im Herbst verlängert werden kann. Dazu noch Gartengestaltung, ggf. Wasser- und Stromleitungen…

Damit würde ich etwa in die Dimension kommen wir z. B. Roger Hausmann ganz zu Beginn mit mindestens 40’000 Franken. [Unser Teich mit 60’000 Litern, den wir nicht selber gebaut haben, hat eine satte sechsstellige Summe gekostet und hat viele Mängel, weil der damalige Profi-Teichbauer keine Ahnung von funktionierender Hydraulik hatte…]

Sobald Fische ins Spiel kommen, ist die Filterung und damit eine funktionierende Hydraulik (Kreisströmung!) wirklich zwingend. Es spielt dabei keine Rolle, ob Goldfisch oder Koi oder Stör oder Rotfedern oder was auch immer. Der Unterschied besteht zwischen 0 Fisch und 1 Fisch. Die Haltung ist im Prinzip für alle gleich und abhängig vom Gesamtgewicht an Fisch im Teich (Koi werden halt einfach grösser und schwerer als Goldfische, die ja auch Karpfenartige sind). Koi sind einfach darüber hinaus, und das im Unterschied zu Goldfischen, auch Haustiere: man kann sie aus der Hand fressen lassen und sie streicheln und mit ihnen schwimmen und tauchen. :slight_smile:

Oder nochmals anders gesagt: wenn Ihr in Erwägung zieht, auch nur einen Goldfisch einzusetzen, dann baut einen naturnahen oder natürlich in die Gartengestaltung eingefügten Koiteich. Dann ist ein wartungsarmer Betrieb sichergestellt, und das zählt auf die Jahre hinaus am meisten. Sonst heisst es nämlich jede Woche Teich reinigen… Hier gilt: am Anfang viel überlegen, gut investieren und dann jahrelange Ruhe und Genuss haben. Und auch Goldfische vermehren sich… wir haben auch ca. 20 ungeplante, junge Koi von 2018. (Kommt nicht mehr vor, es gibt jetzt Geburtenkontrolle…)

Der Reiher wagt sich nicht zu uns: sonst macht’s Wuff Wuff! :wink:

Werdet Ihr was neues Bauen oder was genau ist Euer Projekt?

Beste Grüsse,

Lukas

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Hallo Lukas

Du hast recht, man ist sicher gut darin beraten vorab die richtigen Überlegungen anzustellen um danach keinen Ärger sondern v.a. Freude zu haben. Und wie ich sehe, hast du deine Erfahrung damit gemacht. Fischliebhaber scheinen sich demnach am besten mit Wasserkreislaufsystemen auszukennen.

Unser Platz ist beschränkt. Daher wird es wohl eher ein lange, schmale Anlage (ca. 2 x 6 - 8m). Richtiges Schwimmen wird wohl schwierig, aber man sollte zumindest einmal reinspringen können. ; ) Weil der Platz eben so knapp ist und wir mit einem Pool an Fläche verlieren, möchten wir einen verschiebbaren Holzrost, dank dem wir bei Bedarf (z.B. wenn wir Gäste haben) die Fläche des Pools nutzen könnten. Uns ist es wichtig eine modulare, flexible Lösung zu finden.

Grüsse dich!

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